Willkommen bei der BUND Kreisgruppe Lüchow-Dannenberg und in einer Landschaft voller Gegensätze

 

Der Landkreis Lüchow-Dannenberg ist eine Naturlandschaft, die gegensätzlicher kaum sein kann. Hier gehen Feucht- und Trockenlebensräume Hand in Hand – feucht und trocken im ständigen Wechsel. Der Landkreis ist daher Heimat vieler, zum Teil selten gewordener Tiere und Pflanzen. Bemerkenswert ist die Göhrde, eines der größten zusammenhängenden Mischwaldgebiete in Norddeutschland.

Die Kreisgruppe Lüchow-Dannenberg hat es sich zu ihrer Aufgabe gemacht, die vielen Naturschönheiten zu bewahren und dort, wo es möglich ist, zu entwickeln. Wir bauen Flachgewässer für Kreuzkröte und Knoblauchkröte, wir schützen die blaue Schwertlilie und seltene Knabenkräuter, wir renaturieren Fließgewässer, bieten Fledermäusen neue Quartiere und helfen der Wildkatze.

 

 

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Im „neuen alten“ Lebensraum der Wildkatze BUND und Landesforst laden zu abendlicher Wildkatzen-Exkursion ins Wendland ein

Seit vielen Jahren setzt sich der BUND Niedersachsen für den Schutz und die Wiederausbreitung der Europäische Wildkatze (Felis silvestris) in Niedersachsen ein. Am 17. Juni laden der Umweltverband und die Niedersächsischen Landesforsten um 17 Uhr zu einer abendlichen Führung im Schutzgebiet „Die Lucie“ ein. Teilnehmende erfahren Wissenswertes über die Lebensweise von Wildkatzen, den Natur- und Artenschutz im Wald, die ökologische Bedeutung von Waldrändern sowie über Schutzmaßnahmen für die scheuen Tiere. Die Führung findet im Rahmen der „Woche der Natur“ statt und dauert voraussichtlich zweieinhalb Stunden. Der BUND empfiehlt festes Schuhwerk und passende Kleidung für den Wald.

Eine Anmeldung zur Veranstaltung per Mail an Marc Filla vom BUND Niedersachsen (marc.filla@nds.bund.net) ist erforderlich.

Medienvertreter*innen sind ebenfalls herzlich eingeladen. Der BUND bittet um eine kurze Nachricht über Ihre Teilnahme unter presse@nds.bund.net.

Termindetails: Datum: 17. Juni 2024 Uhrzeit: 17:00 – ca. 19:30 Uhr

Treffpunkt: Revierförsterei Siemen, Schulstraße 2, 29476 Gusborn; 53.05504, 11.22703

Hintergrund: Die Wildkatze wird in Deutschland als „gefährdet“ eingestuft. Als eine wesentliche Ursache gilt die Isolierung von Teilpopulationen durch die Zerschneidung der Landschaft. In Niedersachsen erschweren zudem ein Mangel an Tagesschlafplätzen und Versteckmöglichkeiten sowie Wurfplätzen und geeigneten Nahrungshabitaten wie Waldrändern die Wiederausbreitung der streng geschützten Art in frühere Lebensräume. Hier setzt das Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ an – mit dem Ziel, naturnahe und klimarobuste Wälder für die Wildkatze sowie viele weitere, teils bedrohte Tierarten zu schaffen. Das Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz und in Niedersachsen zudem durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung gefördert. In Waldgebieten am Rande des aktuellen Verbreitungsgebietes der Wildkatze setzen der BUND und seine Projektpartner wie die Niedersächsische Landesforsten diverse Schutzmaßnahmen um.

 

 

 

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Pressemitteilung vom 22.05.2024

BUND und Bürgerinitiative fordern nachhaltiges Fährkonzept statt Elbbrücke bei Neu-Darchau

Anlässlich der heute im Petitionsausschuss des Niedersächsischen Landtags behandelten Petition zur Anpassung des Landesraumordnungsprogrammes spricht sich der BUND Landesverband Niedersachsen gemeinsam mit dem BUND Regionalverband Elbe-Heide und der Bürgerinitiative „Ja zur Fähre – Nein zur Brücke e.V.“ klar gegen den Bau einer Elbbrücke zwischen Darchau und Neu-Darchau aus.

Susanne Gerstner, Landesvorsitzende des BUND Niedersachsen: „Wir bestärken die Landesregierung in ihren Aussagen im Koalitionsvertrag, ein zukunftsfähiges Fährkonzept für die Region zu unterstützen und einen Brückenbau abzulehnen. Die entsprechende Änderung des Landesraumordnungsprogramms muss nun folgen. Eine zusätzliche Elbbrücke wäre verkehrspolitisch, ökonomisch und ökologisch nicht zu verantworten. Mit geschätzten Baukosten von rund 95 Millionen Euro wäre dieses kommunale Infrastrukturprojekt völlig überdimensioniert und aufgrund massiver Beeinträchtigungen für das international geschützte Biosphärenreservat „Niedersächsische Elbtalaue“ ein Frevel an der Natur.“

In der Region verbinden auf gut 60 Kilometern Elbverlauf bereits zwei Elbbrücken und zwei Autofähren die beiden Flussseiten. Eine zusätzliche Elbbrücke würde nur für einen geringen Teil der Bewohner*innen zusätzlichen Nutzen bringen, hätte aber gleichzeitig gravierende Auswirkungen auf den Erholungs- und Naturraum der Elbtalaue.

Werner Schulze vom BUND Regionalverband Elbe-Heide hebt hervor: „Das Biosphärenreservat ist Lebensraum für zahlreiche seltene und gefährdete Arten wie zum Beispiel Weiß- und Schwarzstorch, Seeadler, Fischotter und diverse Fledermausarten. Viele der Lebensräume und Arten stehen auch unter europäischem Schutz. Eine weitere Elbquerung durch eine Brücke würde Brut- und Nahrungsgebiete direkt zerstören, Lebensräume zerschneiden und durch Lärm und Schadstoffe abwerten. Ein Brückenbau ist mit den Zielen des internationalen und nationalen Naturschutzes nicht in Einklang zu bringen."

Die Bürgerinitiative (BI) „Ja zur Fähre – Nein zur Brücke e.V.“ setzt sich seit über 20 Jahren für den Schutz der Elbtalaue ein. Hans-Dieter Kirst-Thies, Vorsitzender der BI, steht mit vielen Einwohner*innen vor Ort im engen Kontakt: „Die Einwohner und Einwohnerinnen der Gemeinde Neu Darchau haben sich in einer Einwohnerbefragung 2021 zu 88,5 Prozent gegen die geplante Brückentrasse ausgesprochen. Ein nachhaltiges Fährkonzept wird von vielen Menschen beiderseits der Elbe begrüßt und wird die Attraktivität der Region für Tourismus und Erholung weiter steigern.“

Bei Rückfragen: Susanne Gerstner, Landesvorsitzende, BUND Landesverband Niedersachsen,  susanne.gerstner(at)nds.bund.net

 

 

Natürlicher Hochwasserschutz muss höchste Priorität haben

Pressemitteilung vom 29. April 2024 (BUND Landesverband)

In der heutigen Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Energie und Klimaschutz im Niedersächsischen Landtag haben die Fraktionen den Antrag von SPD und Bündnis 90/Die Grünen „Niedersachsen zusammen gegen das Hochwasser – die Folgen der Fluten bewältigen, Konsequenzen für die Zukunft ziehen“ beraten. Susanne Gerstner, Landesvorsitzende des BUND Niedersachsen, kommentiert diesen Antrag wie folgt:

„Der BUND begrüßt, dass die Fraktionen in ihrem Antrag neben der Schadensbeseitigung des vergangenen Winterhochwassers und der Optimierung des Katastrophenschutzes vor allem Maßnahmen für einen natürlichen Hochwasserschutz in den Fokus rücken.

Unseren Bächen und Flüssen wieder ausreichend Überschwemmungsflächen zurückzugeben, ist von zentraler Bedeutung für den Klimaschutz und die Bewältigung der Klimafolgen. Ausreichend breite Auen bieten Raum für Hochwässer und wirken als Schwamm, um Wasser auch in den immer häufigeren Dürreperioden zu speichern. Gleichzeitig sind unsere Bäche, Flüsse und Auen als blau-grüne Korridore wichtige Biotopverbundachsen für Tiere und Pflanzen, die im und am Gewässer leben. Dass naturnahe Gewässer darüber hinaus auch eine wichtige Erholungsfunktion erfüllen, belegen beliebte Flussradwege wie zum Beispiel an Elbe und Weser.

Der vorsorgende ökologische Hochwasserschutz wie die Renaturierung von Gewässern, die Rückverlegung von Deichen oder die Wiederanbindung von Altarmen muss jetzt mit hoher Priorität angegangen werden. Dafür bedarf es vor allem einer ausreichenden Finanzierung für Planung und Umsetzung, der wirksamen Sicherung von Flächen in den Überschwemmungsräumen und einem Erfahrungsaustausch zwischen den zuständigen Behörden auf Landesebene, Kommunen und Verbänden.“

 

 

Presseerklärung der BUND-Kreisgruppe zur geplanten Abholzung von 23 Hektar Weichholzaue an der Elbe im Rahmen des Auenstrukturplans (29. August 2023)

Was große Hochwasser bedeuten, die Dörfer und Siedlungen hinter den Deichen bedrohen, hat die Bevölkerung nur allzu gut in Erinnerung. Politiker und Wasserbauer verkündeten 2002 und 2013: „Wir müssen den Flüssen wieder mehr Raum geben, so dass das Hochwasser nicht so hoch aufläuft“. Ist das schon vergessen? Mehr Raum geben, das heißt Rückdeichungen schaffen und Überflutungsflächen ausweisen, dort wo keine Dörfer und Siedlungen sind. Die Rückdeichungsmaßnahmen erfordern einen langen Atem und sind aufgrund von oft schwierigen Eigentumsverhältnissen auch nicht so einfach durchzuführen. Aber dass das gelingen kann, ist am Beispiel der Rückdeichung bei Lenzen oder auch in der Garbe in Sachsen-Anhalt zu sehen. Zeit dafür war genug, aber bislang ist in Niedersachsen nichts in der Richtung geschehen.

Stattdessen geht die Wasserwirtschaft den Weg des geringsten Widerstandes. 23 Hektar geschützter Weichholzaue entlang von 10 Flusskilometern sollen im Rahmen des Auenstrukturplans an Engstellen abgeholzt werden, damit das Wasser schneller ablaufen kann. Aber nicht die Weichholzaue ist Ursache für die Hochwassersituation, sondern die Einengung des Flussbetts! Uferbegleitend haben sich teilweise dichte Weichholzauen, die aus Weiden und Schwarz-Pappeln bestehen, entwickelt. An regelmäßige Überschwemmungen auch durch kleine Hochwasser sind sie angepasst und bieten vielen spezialisierten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum und Refugium. Die wertvollen Weichholzauen sind nicht nur Naturschutzgebiete, sondern sie sind auch FFH-Schutzgebiete höchster Priorität und bundesweit einmalig.

Die im Auenstrukturplan geplanten Ersatzpflanzungen mit Weidenstecklingen auf höher gelegenen Flächen sind ungeeignet, da natürliche Weichholzbestände nur in der Mittelwasserlinie wachsen können.

Die BUND-Kreisgruppe Lüchow-Dannenberg kritisiert den Eingriff in diesen natürlichen Lebensraum. Während andernorts auch angesichts des Klimawandels Bäume gepflanzt werden, um unter anderem CO2 zu binden, wird hier Auwald vernichtet. Und damit nicht genug: Da die Weiden immer wieder nachwachsen, muss jedes Jahr neu geholzt werden.

Der BUND fordert, endlich die Maßnahmen umzusetzen, die schon so lange überfällig sind:

  • Rückdeichung und somit Schaffung von neuen Überflutungsräumen in Zusammenarbeit mit Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.
  • Ausweisung und Bereitstellung von großen Überflutungsflächen in Grünlandbereichen, Entschädigungszahlungen an betroffene Landwirte.
  • Rückbau von Querdämmen, so dass breite Vorländereien wieder durchströmt werden können.
  • Wiederanbindung alter Flutrinnen und Schaffung neuer Flutrinnen, die bei Hochwasser Elbwasser aufnehmen können.

 

 

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„Stachelwalzenmäher des BUND“

(Juli 2021)

Die Ökologische Station Landgraben-Dumme-Niederung des niedersächsischen Landesverbandes des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) mit Sitz in Bergen a. d. Dumme konnte 2020 durch eine finanzielle Förderung einen Stachelwalzenmäher mit Zubehör für die insektenfreundliche Pflege von über 130 ha BUND eigener Flächen im FFH-Gebiet Landgraben-Dumme-Niederung (FFH 75) sowie einen Transportanhänger anschaffen.

Das FFH-Gebiet ist mit teilweise hochgradig bedrohten Tier- und Pflanzenarten von landesweiter Bedeutung. Die Vorkommen von Breitblättrigem Knabenkraut, Kuckuckslichtnelke, Großem Wiesenknopf, Wiesen-Schaumkraut, Großem Klappertopf, Herbstzeitlose und vielen andere Pflanzenarten bieten zahlreichen Insekten geeignete Nahrungs- und Fortpflanzungsbedingungen.

Durch den Einsatz des Stachelwalzenbalkenmähers, mit Bandrechen und Heuschieber ist eine Offenhaltung artenreicher und insektenreicher – teils schwer zugänglicher - Moor-, Feucht- und Trockenstandorte sowie zahlreicher Kleingewässer langfristig möglich. Die kleinräumige Pflege ist arbeitsintensiv und kann durch den Einsatz schonender Mähtechnik optimiert und erleichtert werden. Die einfache Transportmöglichkeit auf einem Anhänger ermöglicht den bedarfsorientierten Einsatz des Gerätes auf den einzelnen BUND-Flächen im gesamten Betreuungsgebiet.

Zum Beispiel befindet sich in der Panieniederung zwischen Schweskau und Simander auf einer BUND-Fläche einer der letzten niedersächsischen Vorkommen des Kriechenden Sellerie.

Der Stachelwalzenmäher mit Zubehör wurde zu 100 % gefördert durch das Programm: Gemeinschaftsaufgabe (GA) „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“; Förderung von nicht-produktiver investiver Maßnahmen des Naturschutzes; Maßnahme B „Insektenschutz“

 

Vorstellung des Stachelwalzenmähers in der Panieniederung am Montag den 12. Juli 2021

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Pressemitteilung Mai 2021:

Sperrwerk Seege - kein nachhaltiger Hochwasserschutz

Obwohl noch keine konkreten Pläne für einen zukünftigen Hochwasserschutz im Gebiet der Seegeniederung ausgearbeitet worden sind, machen schon die ersten heftigen Diskussionen über ein mögliches Sperrwerk deutlich, dass es hier um mehr geht als um eine lokale Hochwasserschutzmaßnahme.

Ausgangspunkt ist eine Machbarkeitsstudie des NLWKN Lüneburg, die verschiedene bauliche Möglichkeiten aufgrund einer Neufestlegung des so genannten Bemessungshochwassers für den Hochwasserschutz an der Seege erarbeitet hatte. Neben der üblicherweise Erhöhungen der Deiche mit aufwändigen Planungen und hohen Kosten ist nun auch die Errichtung eines Sperrwerks mit Schöpffunktion an der Seegemündung im Gespräch.

Die Machbarkeitsstudie des NLWKN legt sich nicht endgültig fest, favorisiert aber die Variante „Deicherhöhung“, u.a. weil ein Sperrwerk einen erheblichen Teil des vorhandenen natürlichen Retentionsvermögens der Seegeniedung kappen und in der Folge eine sehr hohe und kaum erfüllbare Kompensationsleistung (z.B. der Ersatz von Überflutungsmöglichkeiten an anderer Stelle) nach sich ziehen würde. Die BUND Kreisgruppe Lüchow-Dannenberg, die sich schon seit Beginn der erweiterten Hochwasserschutzmaßnahmen an der Elbe Anfang der 1980iger Jahre mit dem Hochwasserschutz an der Elbe und den Nebengewässern auseinander gesetzt hat, nimmt dazu wie folgt Stellung:

Die Hochwasserprobleme an der Elbe resultieren letztendlich aus einer fast vollständigen Beseitigung natürlicher Überflutungsflächen durch Eindeichungsmaßnahmen und Absperrung der seitlichen Auen der Nebenflüsse. Die übergebliebenen 10-15 % von natürlichem Überschwemmungsland können die immer höher auflaufenden Jahrhunderthochwässer kaum noch fassen. Im Zuge des Klimawandels sind zudem extremere Wetterereignisse - sowohl lang andauernde Trockenzeiten als auch extrem nasse Jahre - zu erwarten. Ein nachhaltiger Hochwasserschutz muss folglich und aus unserer Sicht zwingend die Gesamtsituation der Elbe im Blick haben. Es gibt im Hinblick auf einen wirklich nachhaltigen und sicheren Hochwasserschutz nur die Möglichkeit, einen angemessenen Anteil der abgetrennten Flussaue dem Fluss zurückzugeben. In diesem Zusammenhang müssen auch Engstellen zwischen den beidseitigen Deichen, wie sie sich z.B. gerade an der Seegemündung zeigen, mit beseitigt werden. Sich mit Sperrwerken gegen höhere Fluten zu stemmen bedeutet nur, dass das Problem flussabwärts verlagert wird, wo dann z.B. bei Gorleben das Hochwasser steigt. Eine sehr egoistische Sichtweise, die jahrhundertelang aus lokaler Sicht so praktiziert wurde. Jetzt steckt der Hochwasserschutz in einer Sackgasse, die aber keine sein muss: In Sachsen-Anhalt und Brandenburg sollen im Rahmen des Nationalen Hochwasserschutzprogramms des Bundes und der Länder zwischen Wahrenberg und Magdeburg kurz- und mittelfristig Flächen für Rückdeichungen und Flutpolder in der Größenordnung von 8-9 Tsd. Hektar zur Verfügung gestellt werden. Auch die westliche Lenzer Wische vor Dömitz ist als Flutungspolder im Gespräch. Das Beispiel der schon vor Jahren fertig gestellten Lenzener Rückdeichung zeigt, dass eine beachtliche Senkung von Hochwasserscheitelpunkten lokal möglich ist. Das sind schon erste richtige Maßnahmen, die aber auch in den anderen Anrainerländern intensiv fortgesetzt werden müssen.

Wer Sperrwerke fordert, betreibt Hochwasserschutz von vorgestern und überlässt die katastrophalen Folgen den nächsten Generationen. Der BUND fordert, dass dieses Thema nur länderübergreifend gelöst werden kann. Es muss daher weg von den rein lokalen Abwägung und Sichtweisen. Auch die auentypischen natürlichen Strukturen würden unter der Absperrung langfristig leiden. Die Seegeniederung ist im Lüchow-Dannenberger Raum der letzte bedeutsame Retentionsraum, in den die Hochwasser der Elbe noch ungehindert hinein- und wieder herausströmen kann. In diesem geschützten Teil des Biosphärenreservats Elbtalaue gibt es eine Vielfalt seltener Lebensräume wie Stromtalwiesen, Feuchtbrachen, Auwälder, Stillgewässer und Trockenrasen. Gerade dieses Nebeneinander unterschiedlicher Biotope beherbergt eine reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt. Absperrung von Auen- auch wenn sie nur in Extremhochwasser erfolgen sollen- geht zu Lasten dieser spezialisierten hochwasserangepassten Tier- und Pflanzenarten in der Seegeniederung. Die offene Verbindung zur Elbe und damit die gesamte Abfolge der Wasserhöhen wird für den Lebenszyklus dieser Arten gebraucht.

gez. E. Krüger



Frühling im Wendland

Eiche im Frühjahrsgrün

Krötenwanderung

Am Flüsschen Seege

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