BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Willkommen bei der BUND Kreisgruppe Lüchow-Dannenberg und in einer Landschaft voller Gegensätze

 

Der Landkreis Lüchow-Dannenberg ist eine Naturlandschaft, die gegensätzlicher kaum sein kann. Hier gehen Feucht- und Trockenlebensräume Hand in Hand – feucht und trocken im ständigen Wechsel. Der Landkreis ist daher Heimat vieler, zum Teil selten gewordener Tiere und Pflanzen. Bemerkenswert ist die Göhrde, eines der größten zusammenhängenden Mischwaldgebiete in Norddeutschland.

Die Kreisgruppe Lüchow-Dannenberg hat es sich zu ihrer Aufgabe gemacht, die vielen Naturschönheiten zu bewahren und dort, wo es möglich ist, zu entwickeln. Wir bauen Flachgewässer für Kreuzkröte und Knoblauchkröte, wir schützen die blaue Schwertlilie und seltene Knabenkräuter, wir renaturieren Fließgewässer, bieten Fledermäusen neue Quartiere und helfen der Wildkatze.

 

 

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Der BUND Landesverband Niedersachsen e.V. sucht zum 1. Juni 2024 den/die Regionalbetreuer/in (m/w/d) für die Region Nordostniedersachsen für die Unterstützung der Ehrenamtlichen in den BUND Kreisgruppen Lüchow-Dannenberg, Uelzen und dem Regionalverband Elbe-Heide (Landkreise Harburg und Lüneburg).

Zu Ihren Aufgaben gehören u.a. die Organisation regelmäßiger Treffen (3-4 x jährlich), die Unterstützung der Kreisgruppen bei Öffentlichkeitsarbeit und dem Einsatz digitaler Medien, die Anregung und Organisation kreisgruppenübergreifender Aktivitäten und Aktionen, der Austausch mit dem Landesverband Niedersachsen und anderen Regionalbetreuer/innen sowie ggf. die Sammlung von Fortbildungsbedarfen und Organisation von Fortbildungen.

Für die Tätigkeit von 6 - 10 Wochenstunden auf der Basis eines Minijobs sind Sie idealerweise bereits Mitglied im BUND oder haben Erfahrung in der Arbeit eines Naturschutz- bzw. Umweltverbandes und sind in der Region Nordostniedersachsen zu Hause.

Für detaillierte Informationen steht Ihnen Elisabeth Bischoff vom BUND RV Elbe-Heide unter 04181 98490 / elisabeth.bischoff@bund.net oder Katrin Reinecke von der BUND Landesgeschäftsstelle unter 0511 96569-36 / katrin.reinecke@nds.bund.net gerne zur Verfügung.

 

 

 

 

Mehr Schiffe auf die Elbe? - Die Diskussion um die sogenannte Reststrecke ist neu entflammt.

Nach dem Willen der Bundesregierung soll die Schiffbarkeit der Elbe verbessert werden, um mehr Güter auf das Schiff zu verlagern. In den letzten 25 Jahren sind jedoch die Gütertransporte auf der frei fließenden Elbe kontinuierlich zurückgegangen und auf ein historisches Tief gesunken. Trotzdem arbeitet die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) als nachgeordnete Behörde des Bundesministeriums für Verkehr im Rahmen der Umsetzung des Gesamtkonzeptes Elbe an der Erhaltung und Verbesserung der Schifffahrtsverhältnisse. Zugleich sollen aber auch die vorgeschriebenen Umwelt- und Naturschutzziele erreicht werden.

Die naturnahe Flusslandschaft der Elbe hat eine sehr hohe Bedeutung für den natürlichen Klimaschutz und den Schutz der biologischen Vielfalt. Die Belastungen und Anforderungen an den Fluss und seine Auen sind schon jetzt hoch. Es ist bislang ungeklärt, wie die Ziele Verkehr und Umwelt zugleich zu erreichen sind.

Ist das „Gesamtkonzept Elbe“ noch zeitgemäß? Im Fokus der Diskussion stehen die Planungen an der sogenannten 13 km langen „Reststrecke“ zwischen Damnatz und Hitzacker.

Am Dienstag, dem 16. April 18 Uhr, in der Alten Sargtischlerei, Hitzacker (Elbe), erläutern Iris Brunar, wissenschaftliche Mitarbeiterin mit Schwerpunkt Elbe, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), und Dr. Erich Bäuerle, Ozeanograph die Ausbaupläne. Moderiert wird die Veranstaltung von Wolfgang Ehmke, BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V..

Ort: Atelier Alte Sargtischlerei, An der Kirche 4, 29456 Hitzacker

 

Der Eintritt ist frei

 

 

 

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Presseerklärung der BUND-Kreisgruppe zur geplanten Abholzung von 23 Hektar Weichholzaue an der Elbe im Rahmen des Auenstrukturplans (29. August 2023)

Was große Hochwasser bedeuten, die Dörfer und Siedlungen hinter den Deichen bedrohen, hat die Bevölkerung nur allzu gut in Erinnerung. Politiker und Wasserbauer verkündeten 2002 und 2013: „Wir müssen den Flüssen wieder mehr Raum geben, so dass das Hochwasser nicht so hoch aufläuft“. Ist das schon vergessen? Mehr Raum geben, das heißt Rückdeichungen schaffen und Überflutungsflächen ausweisen, dort wo keine Dörfer und Siedlungen sind. Die Rückdeichungsmaßnahmen erfordern einen langen Atem und sind aufgrund von oft schwierigen Eigentumsverhältnissen auch nicht so einfach durchzuführen. Aber dass das gelingen kann, ist am Beispiel der Rückdeichung bei Lenzen oder auch in der Garbe in Sachsen-Anhalt zu sehen. Zeit dafür war genug, aber bislang ist in Niedersachsen nichts in der Richtung geschehen.

Stattdessen geht die Wasserwirtschaft den Weg des geringsten Widerstandes. 23 Hektar geschützter Weichholzaue entlang von 10 Flusskilometern sollen im Rahmen des Auenstrukturplans an Engstellen abgeholzt werden, damit das Wasser schneller ablaufen kann. Aber nicht die Weichholzaue ist Ursache für die Hochwassersituation, sondern die Einengung des Flussbetts! Uferbegleitend haben sich teilweise dichte Weichholzauen, die aus Weiden und Schwarz-Pappeln bestehen, entwickelt. An regelmäßige Überschwemmungen auch durch kleine Hochwasser sind sie angepasst und bieten vielen spezialisierten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum und Refugium. Die wertvollen Weichholzauen sind nicht nur Naturschutzgebiete, sondern sie sind auch FFH-Schutzgebiete höchster Priorität und bundesweit einmalig.

Die im Auenstrukturplan geplanten Ersatzpflanzungen mit Weidenstecklingen auf höher gelegenen Flächen sind ungeeignet, da natürliche Weichholzbestände nur in der Mittelwasserlinie wachsen können.

Die BUND-Kreisgruppe Lüchow-Dannenberg kritisiert den Eingriff in diesen natürlichen Lebensraum. Während andernorts auch angesichts des Klimawandels Bäume gepflanzt werden, um unter anderem CO2 zu binden, wird hier Auwald vernichtet. Und damit nicht genug: Da die Weiden immer wieder nachwachsen, muss jedes Jahr neu geholzt werden.

Der BUND fordert, endlich die Maßnahmen umzusetzen, die schon so lange überfällig sind:

 

 

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„Stachelwalzenmäher des BUND“

(Juli 2021)

Die Ökologische Station Landgraben-Dumme-Niederung des niedersächsischen Landesverbandes des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) mit Sitz in Bergen a. d. Dumme konnte 2020 durch eine finanzielle Förderung einen Stachelwalzenmäher mit Zubehör für die insektenfreundliche Pflege von über 130 ha BUND eigener Flächen im FFH-Gebiet Landgraben-Dumme-Niederung (FFH 75) sowie einen Transportanhänger anschaffen.

Das FFH-Gebiet ist mit teilweise hochgradig bedrohten Tier- und Pflanzenarten von landesweiter Bedeutung. Die Vorkommen von Breitblättrigem Knabenkraut, Kuckuckslichtnelke, Großem Wiesenknopf, Wiesen-Schaumkraut, Großem Klappertopf, Herbstzeitlose und vielen andere Pflanzenarten bieten zahlreichen Insekten geeignete Nahrungs- und Fortpflanzungsbedingungen.

Durch den Einsatz des Stachelwalzenbalkenmähers, mit Bandrechen und Heuschieber ist eine Offenhaltung artenreicher und insektenreicher – teils schwer zugänglicher - Moor-, Feucht- und Trockenstandorte sowie zahlreicher Kleingewässer langfristig möglich. Die kleinräumige Pflege ist arbeitsintensiv und kann durch den Einsatz schonender Mähtechnik optimiert und erleichtert werden. Die einfache Transportmöglichkeit auf einem Anhänger ermöglicht den bedarfsorientierten Einsatz des Gerätes auf den einzelnen BUND-Flächen im gesamten Betreuungsgebiet.

Zum Beispiel befindet sich in der Panieniederung zwischen Schweskau und Simander auf einer BUND-Fläche einer der letzten niedersächsischen Vorkommen des Kriechenden Sellerie.

Der Stachelwalzenmäher mit Zubehör wurde zu 100 % gefördert durch das Programm: Gemeinschaftsaufgabe (GA) „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“; Förderung von nicht-produktiver investiver Maßnahmen des Naturschutzes; Maßnahme B „Insektenschutz“

 

Vorstellung des Stachelwalzenmähers in der Panieniederung am Montag den 12. Juli 2021

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Pressemitteilung Mai 2021:

Sperrwerk Seege - kein nachhaltiger Hochwasserschutz

Obwohl noch keine konkreten Pläne für einen zukünftigen Hochwasserschutz im Gebiet der Seegeniederung ausgearbeitet worden sind, machen schon die ersten heftigen Diskussionen über ein mögliches Sperrwerk deutlich, dass es hier um mehr geht als um eine lokale Hochwasserschutzmaßnahme.

Ausgangspunkt ist eine Machbarkeitsstudie des NLWKN Lüneburg, die verschiedene bauliche Möglichkeiten aufgrund einer Neufestlegung des so genannten Bemessungshochwassers für den Hochwasserschutz an der Seege erarbeitet hatte. Neben der üblicherweise Erhöhungen der Deiche mit aufwändigen Planungen und hohen Kosten ist nun auch die Errichtung eines Sperrwerks mit Schöpffunktion an der Seegemündung im Gespräch.

Die Machbarkeitsstudie des NLWKN legt sich nicht endgültig fest, favorisiert aber die Variante „Deicherhöhung“, u.a. weil ein Sperrwerk einen erheblichen Teil des vorhandenen natürlichen Retentionsvermögens der Seegeniedung kappen und in der Folge eine sehr hohe und kaum erfüllbare Kompensationsleistung (z.B. der Ersatz von Überflutungsmöglichkeiten an anderer Stelle) nach sich ziehen würde. Die BUND Kreisgruppe Lüchow-Dannenberg, die sich schon seit Beginn der erweiterten Hochwasserschutzmaßnahmen an der Elbe Anfang der 1980iger Jahre mit dem Hochwasserschutz an der Elbe und den Nebengewässern auseinander gesetzt hat, nimmt dazu wie folgt Stellung:

Die Hochwasserprobleme an der Elbe resultieren letztendlich aus einer fast vollständigen Beseitigung natürlicher Überflutungsflächen durch Eindeichungsmaßnahmen und Absperrung der seitlichen Auen der Nebenflüsse. Die übergebliebenen 10-15 % von natürlichem Überschwemmungsland können die immer höher auflaufenden Jahrhunderthochwässer kaum noch fassen. Im Zuge des Klimawandels sind zudem extremere Wetterereignisse - sowohl lang andauernde Trockenzeiten als auch extrem nasse Jahre - zu erwarten. Ein nachhaltiger Hochwasserschutz muss folglich und aus unserer Sicht zwingend die Gesamtsituation der Elbe im Blick haben. Es gibt im Hinblick auf einen wirklich nachhaltigen und sicheren Hochwasserschutz nur die Möglichkeit, einen angemessenen Anteil der abgetrennten Flussaue dem Fluss zurückzugeben. In diesem Zusammenhang müssen auch Engstellen zwischen den beidseitigen Deichen, wie sie sich z.B. gerade an der Seegemündung zeigen, mit beseitigt werden. Sich mit Sperrwerken gegen höhere Fluten zu stemmen bedeutet nur, dass das Problem flussabwärts verlagert wird, wo dann z.B. bei Gorleben das Hochwasser steigt. Eine sehr egoistische Sichtweise, die jahrhundertelang aus lokaler Sicht so praktiziert wurde. Jetzt steckt der Hochwasserschutz in einer Sackgasse, die aber keine sein muss: In Sachsen-Anhalt und Brandenburg sollen im Rahmen des Nationalen Hochwasserschutzprogramms des Bundes und der Länder zwischen Wahrenberg und Magdeburg kurz- und mittelfristig Flächen für Rückdeichungen und Flutpolder in der Größenordnung von 8-9 Tsd. Hektar zur Verfügung gestellt werden. Auch die westliche Lenzer Wische vor Dömitz ist als Flutungspolder im Gespräch. Das Beispiel der schon vor Jahren fertig gestellten Lenzener Rückdeichung zeigt, dass eine beachtliche Senkung von Hochwasserscheitelpunkten lokal möglich ist. Das sind schon erste richtige Maßnahmen, die aber auch in den anderen Anrainerländern intensiv fortgesetzt werden müssen.

Wer Sperrwerke fordert, betreibt Hochwasserschutz von vorgestern und überlässt die katastrophalen Folgen den nächsten Generationen. Der BUND fordert, dass dieses Thema nur länderübergreifend gelöst werden kann. Es muss daher weg von den rein lokalen Abwägung und Sichtweisen. Auch die auentypischen natürlichen Strukturen würden unter der Absperrung langfristig leiden. Die Seegeniederung ist im Lüchow-Dannenberger Raum der letzte bedeutsame Retentionsraum, in den die Hochwasser der Elbe noch ungehindert hinein- und wieder herausströmen kann. In diesem geschützten Teil des Biosphärenreservats Elbtalaue gibt es eine Vielfalt seltener Lebensräume wie Stromtalwiesen, Feuchtbrachen, Auwälder, Stillgewässer und Trockenrasen. Gerade dieses Nebeneinander unterschiedlicher Biotope beherbergt eine reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt. Absperrung von Auen- auch wenn sie nur in Extremhochwasser erfolgen sollen- geht zu Lasten dieser spezialisierten hochwasserangepassten Tier- und Pflanzenarten in der Seegeniederung. Die offene Verbindung zur Elbe und damit die gesamte Abfolge der Wasserhöhen wird für den Lebenszyklus dieser Arten gebraucht.

gez. E. Krüger

Quelle: http://xn--lchow-dannenberg-jzb.bund.net/startseite/