BUND Kreisgruppe Lüchow-Dannenberg
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Ausbau der Elbe Reststrecke

Die Fahrrinnentiefe der Elbe soll nun auch zwischen Dömitz und Hitzacker vergrößert werden – trotz Niedrigwasser und verfügbarem Elbe-Seitenkanal für Güterschiffahrt zwischen Hamburg und Magdeburg. Der BUND Niedersachsen kritisiert, dass die Bundesregierung am Ausbau und der Vertiefung der Elbe festhält, obwohl das Land Niedersachsen mit einem fraktionsübergreifenden Landtagsbeschluss einen Ausbau der sogenannten Reststrecke ablehnt. Aufgrund der geringen Wassermenge in der Elbe ist es nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch widersinnig, die Elbe als Haupt-Binnenwasserstraße nutzen zu wollen. Die Flusslandschaft mit ihren wertvollen Auen und Altwassern benötigt das Wasser. Es darf nicht in einer vertieften Fahrrinne schnell abfließen, sondern muss in der Landschaft zurückgehalten werden, um die Grundwasserspeicher aufzufüllen. Davon profitiert auch die Landwirtschaft.

PM vom 14.7.25 - BUND Landesverband Niedersachsen

 

 

Presseerklärung der BUND-Kreisgruppe zur geplanten Abholzung von 23 Hektar Weichholzaue an der Elbe im Rahmen des Auenstrukturplans

Was große Hochwasser bedeuten, die Dörfer und Siedlungen hinter den Deichen bedrohen, hat die Bevölkerung nur allzu gut in Erinnerung. Politiker und Wasserbauer verkündeten 2002 und 2013: „Wir müssen den Flüssen wieder mehr Raum geben, so dass das Hochwasser nicht so hoch aufläuft“. Ist das schon vergessen? Mehr Raum geben, das heißt Rückdeichungen schaffen und Überflutungsflächen ausweisen, dort wo keine Dörfer und Siedlungen sind. Die Rückdeichungsmaßnahmen erfordern einen langen Atem und sind aufgrund von oft schwierigen Eigentumsverhältnissen auch nicht so einfach durchzuführen. Aber dass das gelingen kann, ist am Beispiel der Rückdeichung bei Lenzen oder auch in der Garbe in Sachsen-Anhalt zu sehen. Zeit dafür war genug, aber bislang ist in Niedersachsen nichts in der Richtung geschehen.

Stattdessen geht die Wasserwirtschaft den Weg des geringsten Widerstandes. 23 Hektar geschützter Weichholzaue entlang von 10 Flusskilometern sollen im Rahmen des Auenstrukturplans an Engstellen abgeholzt werden, damit das Wasser schneller ablaufen kann. Aber nicht die Weichholzaue ist Ursache für die Hochwassersituation, sondern die Einengung des Flussbetts! Uferbegleitend haben sich teilweise dichte Weichholzauen, die aus Weiden und Schwarz-Pappeln bestehen, entwickelt. An regelmäßige Überschwemmungen auch durch kleine Hochwasser sind sie angepasst und bieten vielen spezialisierten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum und Refugium. Die wertvollen Weichholzauen sind nicht nur Naturschutzgebiete, sondern sie sind auch FFH-Schutzgebiete höchster Priorität und bundesweit einmalig.

Die im Auenstrukturplan geplanten Ersatzpflanzungen mit Weidenstecklingen auf höher gelegenen Flächen sind ungeeignet, da natürliche Weichholzbestände nur in der Mittelwasserlinie wachsen können.

Die BUND-Kreisgruppe Lüchow-Dannenberg kritisiert den Eingriff in diesen natürlichen Lebensraum. Während andernorts auch angesichts des Klimawandels Bäume gepflanzt werden, um unter anderem CO2 zu binden, wird hier Auwald vernichtet. Und damit nicht genug: Da die Weiden immer wieder nachwachsen, muss jedes Jahr neu geholzt werden.

Der BUND fordert, endlich die Maßnahmen umzusetzen, die schon so lange überfällig sind:

  • Rückdeichung und somit Schaffung von neuen Überflutungsräumen in Zusammenarbeit mit Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.
  • Ausweisung und Bereitstellung von großen Überflutungsflächen in Grünlandbereichen, Entschädigungszahlungen an betroffene Landwirte.
  • Rückbau von Querdämmen, so dass breite Vorländereien wieder durchströmt werden können.
  • Wiederanbindung alter Flutrinnen und Schaffung neuer Flutrinnen, die bei Hochwasser Elbwasser aufnehmen können.

PM vom 29. August 2023

Abendstimmung an der Elbe bei Damnatz